Aus der Stille einer von der Orgel ueberschatteten Kirchenbank erhebt sich langsam ein Mann. Das dunkle, von Narben gezeichnete Holz knarzt. Er blickt nach rechts. Ein Zucken geht durch sein Gesicht. Und doch hat er nichts gesehen. Niemanden, den er kennt. Niemanden, den er nicht kennt, aber fuerchtet. Ein zweites Zucken, und ein altes, ja wuerdiges Gesicht wird zu einer verzerrten Fratze entstellt. Ein Keuchen entfleucht den vor Schmerz gekraeuselten Lippen. Zwischen gelblichen Zaehnen entweicht ein letzter Lufthauch, und mit der Wuerde eines Getreidesacks, der vom Speicher faellt, sackt der Mann dumpf nachhallend auf dem Boden zusammen. Als der Orgelstudent spaeter zu seiner taeglichen Uebestunde auf die Empore steigt und sich auf der Orgelbank niederlaesst, erfaehrt ein Toter Etueden als Requiem.